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Sie können den FairWorldFonds bei den beteiligten Banken erwerben.

Entwicklungspolitischer Kriterienkatalog für Geldanlagen

Die Orientierung von Investitions- und Anlageentscheidungen an sozialen, ökologischen und entwicklungspolitischen Kriterien kann einen wichtigen Beitrag zur zukunftsfähigen Gestaltung der Weltwirtschaft leisten.

Aus diesem Grund hat „Brot für die Welt“ gemeinsam mit dem SÜDWIND-Institut für Ökonomie und Ökumene Kriterien für eine ethische Geldanlage entwickelt, die sich an den Grundsätzen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung orientieren. An diesen Kriterien hat der FairWorldFonds sein Anlageuniversum ausgerichtet.

Eine unabhängige und auf Nachhaltigkeit spezialisierte Gesellschaft, imug Beratungsgesellschaft für sozial-ökologische Innovationen mbH, trifft die Vorauswahl des Anlageuniversums auf Grundlage der verabschiedeten Kriterien.

Grundsätzliche Überlegungen

Damit an Kapitalmärkten entwicklungspolitische Fragen eine stärkere Rolle spielen, haben „Brot für die Welt“ und das SÜDWIND-Institut für Ökonomie und Ökumene Kriterien zur Generierung von Finanzmitteln entwickelt, die nach Herkunft und Finanzierungsart eine nachhaltige, soziale, ökologische und friedensstiftende Unterstützungswirkung haben.

Den Ausgangspunkt bilden dabei die drei Werte des konziliaren Prozesses, auf die sich die Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen 1983 in Vancouver geeinigt hatte:

Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Zu den Ausschlusskriterien zählen beispielsweise Pornografie, Kinderarbeit, systematische Korruption sowie die Erzeugung und der Vertrieb von gentechnisch verändertem Saatgut. Strenge Negativkriterien gewährleisten, dass beispielsweise Staaten, die systematische Menschenrechtsverletzungen zu verantworten haben, ebenso von dem Anlageuniversum ausgeschlossen sind wie Unternehmen, die Rüstungsgüter herstellen oder systematisch gegen die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO verstoßen.

Hinzu kommen Verhaltensregeln für den Kapitalmarkt: ausgeschlossen sind Devisenspekulationen, der Einsatz von Derivaten zu Spekulationszwecken sowie Unternehmen, die ihren Sitz aus steuerlichen Gründen in eine Steueroase oder ein Schattenfinanzzentrum verlegt haben.

Positivkriterien sorgen dafür, dass nur solche Unternehmen oder Staaten in den FairWorldFonds aufgenommen werden, die sich erfolgreich für eine nachhaltige Entwicklung, für die Achtung der Menschenrechte und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen einsetzen.

Noch bevor der FairWorldFonds, dessen Anlageuniversum an diesem Kriterienkatalog ausgerichtet ist, als Investor Forderungen an Unternehmen stellt, legt er sich selber Beschränkungen für sein Verhalten auf den Kapitalmärkten auf. Dies geschieht in Anerkennung der Tatsache, dass bestimmte Verhaltensweisen von Akteuren auf den Finanzmärkten als solches zu einer Destabilisierung dieser Märkte und in Folge zu einer Destabilisierung von Volkswirtschaften, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern, führen können.

Das Fondsmanagement befolgt folgende Verhaltensregeln:

  • Das Fondsmanagement führt keine Devisenspekulationen durch
  • Das Fondsmanagement investiert nicht in Wertpapiere oder Unternehmen, die aus steuerlichen Gründen ihren Ursprung oder Sitz in Schattenfinanzzentren haben.
  • Das Fondsmanagement strebt langfristige Investitionen an
  • Das Fondsmanagement investiert nur zur Absicherung in derivative Finanzmarktinstrumente

Der FairWorldFonds investiert zu mindestens 70% in festverzinsliche Wertpapiere und zu maximal 30% in Aktien und Mikrofinanzfonds. Der Mikrofinanzanteil darf nicht über 10% liegen und ist zurzeit wegen regulatorischer Fragen nicht ausgeschöpft.

Aus dieser Mischung ergibt sich, dass sowohl börsennotierte Aktiengesellschaften als auch Staaten sowie Großorganisationen, die Anleihen begeben sowohl nach allgemein ethischen als auch nach entwicklungspolitischen Kriterien untersucht werden müssen. Aus diesem Grund wurden unterschiedliche Kriterienkataloge entwickelt, welche auf die jeweiligen Verantwortlichkeiten von Staaten, Unternehmen und Förderbanken zugeschnitten sind. Dem entwicklungspolitischen Profil des FairWorldFonds entsprechend, werden von den Großorganisationen in erster Linie die Entwicklungsbanken untersucht.

Beispielhafte Kriterien

Den vollständigen Kriterienkatalog, an dem der FairWorldFonds sein Anlageuniversum ausrichtet, finden Sie in der Broschüre "Entwicklungspolitische Kriterien im ethischen Investment".

Exemplarische Beispiele zu den verschiedenen Assetklassen führen wir im Folgenden auf.

Die Ausschlusskriterien für Unternehmen schließen den Kauf von Wertpapieren von Aktiengesellschaften aus, die selbst oder deren wesentliche Zulieferer die ILO-Kernarbeitsnormen systematisch verletzen oder die systematisch gegen die Zahlung von gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlöhnen verstoßen.

Zudem sind Hersteller von Rüstungsgütern ausgeschlossen wie auch Unternehmen, die repressive Regime und Bürgerkriege unterstützen. Es wird nicht in Produzenten von Atomenergie und Produzenten der 21 gefährlichsten Chemikalien investiert. Die Agrogentechnik ist ebenso ausgeschlossen wie der Einsatz von Tierversuchen, die nicht gesetzlich vorgeschrieben sind.

Es wird auch darauf geachtet, dass kein Unternehmen aufgenommen wird, das in schützenswerten Naturreservaten Schäden verursacht oder in einem Entwicklungs- oder Schwellenland eine marktbeherrschende Monopolstellung einnimmt.

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Der FairWorldFonds investiert nur in Unternehmen, die in dem Bereich „Entwicklungsförderung“ oder „entwicklungspolitisch sinnvolle Produkte“ positiv abschneiden oder die in mindestens zwei der folgenden sieben Kriterienbereichen positiv abschneiden.

  • Menschenrechte
  • Nachhaltige Unternehmensführung
  • Entwicklungskriterien
  • Sozial und entwicklungspolitisch sinnvolle Produkte
  • Ökologisch sinnvolle Produkte
  • Umweltmanagement
  • Umweltengagement in Entwicklungs- und Schwellenländern
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Die Ausschlusskriterien für Staaten schließen die Investition in Ländern aus, in denen systematisch gegen Menschenrechte und damit gegen politische, bürgerliche, wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Grundrechte verstoßen wird. Der Fonds investiert zudem nicht in Staaten, in denen durch einen hohen Grad an Korruption und an Einkommensunterschieden Lebenschancen extrem ungerecht verteilt sind.

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Es können nur Anleihen von Ländern aufgenommen werden, die in mindestens zwei der folgenden sechs Teilbereiche positiv abschneiden:

  • Menschenrechte
  • Entwicklungspolitisches Engagement
  • Gute Regierungsführung
  • Engagement für den Frieden
  • Bewahrung der Schöpfung im nationalen Kontext
  • Bewahrung der Schöpfung im internationalen Kontext
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Entwicklungsbanken sind Förderbanken, welche entwicklungspolitisch bedeutsame Projekte finanzieren, z.B. Infrastruktur- oder Wirtschaftsförderungsmaßnahmen in Entwicklungsländern. Neben den Kriterien für börsennotierte Aktiengesellschaften gelten für Entwicklungsbanken unter anderem folgende Zusatzkriterien:

Die Ausschlusskriterien für Förderbanken schließen die Investition in Banken aus, die Projekte fördern, in denen es zu systematischen Menschenrechtsverletzungen oder Umweltzerstörungen kommt.

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Positiv bewertet wird außerdem die Gewährung zinsreduzierter Kredite für sozial und ökologisch besonders förderungswürdige Projekte sowie für kleine und mittlere Unternehmen.

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Publikation

Entwicklungspolitische Kriterien im ethischen Investment

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Grenzen des AAA-Ratings

Entwicklungspolitische Kriterien im ethischen Investment

Eine Stellungnahme von
„Brot für die Welt“

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